Rheumatische Arthritis (= chronische Polyarthritis, RA,CP)

 

Ursachen:

Die Ursachen der rheumatischen Arthritis (Synonym: chronische Polyarthritis, RA,CP) als die am häufigsten diagnostizierte chronische entzündliche Gelenkserkrankung ist bis zum heutigen Tag nicht ausreichend sicher bekannt. Autoimmune Fehlsteuerungen werden vermutet. Die klinischen und röntgenologisch dokumentierbaren Verläufe sowie immunologische Parameter (z.B. HLA-B27) der verschiedenen rheumatischen Systemerkrankungen zeigen zum Teil große Unterschiede. Für einige Gelenksentzündungen ist hingegen eine Infektassoziation nachgewiesen worden (z.B. Lyme-Arthritis nach Borrelien-Infektion – „Zeckenbiss“).

Mechanismus der Zerstörung:

Vereinfacht gesagt kommt es zu einer entzündlichen Verdickung und Vermehrung der Gelenksschleimhaut der Gelenke mit Schädigung der gelenksnahen Gefäße und folgender Unterminierung und Zerstörung des Gelenksknorpels und der zum Knorpel knöchernen Grenzstrukturen (woraus eine gelenksnahe Osteoporose resultiert).
Durch die mechanische Beanspruchung der Gelenke werden Fragmente aus dem entzündlich geschädigten Knorpel und ggf. Knochen abgelöst. Diese verursachen weitere Gefäßwandläsionen, was zur Entstehung eines sich selbst erhaltenden Regelkreises führt. Betroffen sind zusätzlich auch Beugesehnenscheiden und Strecksehnenfächer.


Folgen:

Die Folgen sind Zerstörungen am Knorpel, am gelenksnahen Knochen, am Kapsel-Band-Apparat, Sehnengewebe usw., die zu Schmerzen, Fehlstellungen und Funktionsverlust führen können.

Kriterien für die Diagnose CP:

1) Morgensteifigkeit der Gelenke von mehr als einer Stunde
2) Entzündung an 3 oder mehr Gelenken
3) Entzündung von Gelenken(Arthritis) im Bereich der Hände
4) Gleichzeitig bestehende Entzündung an gleichen Gelenken beider Körperhälften
5) Rheumaknoten (unter der Haut liegende Knoten über Knochenvorsprüngen, an der Streckseite der Glieder oder gelenksnahen Areale)
6) Nachweis von sog. Rheumafaktoren im Blut
7) Radiologische Veränderungen

Mindestens 4 von diesen 7 Kriterien müssen zur Diagnose der chronischen Polyarthritis gegeben sein.


Wann soll eine Abklärung dringlich erfolgen?

Unklare Gelenksschwellungen von mehr als 3 Gelenken, Morgensteifigkeit von länger als 30 Minuten und Druckschmerzhaftigkeit der kleinen Fingergelenke sollten möglichst rasch hinsichtlich der chronischen Polyarthritis abgeklärt werden.

Behandlung:

Patienten, bei denen eine chronische Polyarthritis diagnostiziert wurde, sollten der medikamentösen vorerst „konventionellen Basistherapie“ zugeführt werden.
Die erfolgversprechenste Behandlung des Rheumapatienten liegt in der interdisziplinären Therapie unter Einbindung von Ärzten, Physio- und Ergotherapeuten.
Die medikamentöse Therapie sollte dem in der medikamentösen Behandlung erfahrenen Arzt vorbehalten bleiben.
Die Indikation zu operativen Behandlungen besteht bei Schmerzen, Schwellungen, Instabilitäten, Bewegungsverlusten oder schnellerer, radiologisch nachweisbarer Progredienz der Gelenkszerstörung, trotz ausreichend langer, adäquater medikamentöser Therapie.
Bei akuten Beschwerden durch Nervenkompressionssyndrome (z.B. Karpaltunnelsyndrom) oder Sehnenrupturen ist die operative Behandlung früher indiziert.

Bei den operativen Verfahren unterscheidet man:

1) präventive Maßnahmen - wie die Entfernung der „Schleimhaut“ von Gelenken und Sehnen (Synovialektomie an Gelenken und Sehnen)
2) rekonstruktive operative Verfahren - (Sehnenrekonstruktion, Stabilisierungsoperationen am Handgelenk, Gelenksersatz)

 

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